Alles andere ist nur Radio

You Sigh
Charlie Cunningham

20.03.2020 muenic
2 Min. Lesezeit
Der britische Singer-Songwriter Charlie Cunningham wurde spätestens Anfang 2017 mit seinem Debutalbum "Lines" zum Shooting-Star der Streaming-Szene. Zuvor erregte er bereits Aufsehen mit seinen drei EPs; die Charts haben ihn jedoch bis heute nicht entdeckt, dabei hat er inzwischen ein weiteres, ziemlich erfolgreiches Album veröffentlicht. Über eben einen dieser Streamingdienste entdeckte auch ich seine Musik und war sofort Feuer und Flamme. Denn er versteht es wie kein anderer, sein überwiegend leicht verträumtes Storytelling oftmals mit einem spanischen aber nicht zu hektischen Flamenco-Groove auf sehr passende Weise zu verbinden. Hinzu kommt ein Händchen für schöne Melodien und eine butterweiche, sehr klare Stimme, die mich bei manch Oktave an Simon & Garfunkel oder auch Cat Stevens erinnert. Warum eigentlich Flamenco? Charlie lernte während eines zweijährigen Aufenthalts in Sevilla den Flamenco kennen und schätzen. Eine sehr glückliche Fügung, wie ich finde.
Ich habe eine Weile gezögert, welches von den vielen schönen Liedern ich hier zuerst vorstelle und entschied mich für "You Sigh". Denn zum einen wird es von einer sehr schönen Melodie getragen und zum anderen kommt der oben erwähnte Flamenco-Groove richtig gut zum Vorschein, nur begleitet von Percussion, einem Hauch von Elektronik und später sogar mexikanischen Trompetenklängen. Obwohl das Lied eine gewisse Ruhe ausstrahlt, sorgen Percussion und Gitarre über die volle Länge für einen Gute-Laune-Rhythmus und der melodische, klare Gesang lädt zum Mitsingen ein.
Charlie hat auf Grund seines Erfolges bereits diversen Magazinen und bekannten Musikblogs Interviews gegeben - auf die häufig gestellte Frage nach dem Sinn seiner Texte sagte er, was viele Singer-Songwriter sagen: der Hörer soll sich selbst ein Bild machen und seiner Interpretation freien Lauf lassen. So ist es wohl auch bei "You Sigh", denn wenn man sich den Refrain ansieht, dann hat man wahrlich Interpretationsspielraum:
Du seufzst
dass ich so viel hätte sagen können
Aber ich war damals noch nicht bereit
Und ich bin es immer noch nicht

Charlie Cunningham (aus dem Englischen übersetzt von muenic)
Der Songtext besteht bis auf zwei oder drei anderslautende Textzeilen im Prinzip nur aus diesem Refrain und ist somit - im Gegensatz zu vielen seiner anderen Songs - ziemlich textarm. Aber das mindert die Qualität keinesfalls, weniger ist eben manchmal mehr. In diesem Sinne: well done, Señor!
 
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